Letzte Aktualisierung am: 19.06.2018





























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Artikel zu aktuellen Gesundheitsthemen von
Dr. Eberhard Römhild:




Juni 2018
Nicht jede Tablette darf geteilt werden
  

Das Teilen von Tabletten ist unter Patienten gängige Praxis, insbesondere, wenn Medikamente regelmäßig eingenommen werden müssen. Denn durch das Halbieren oder Vierteln einer höher dosierten Tablette können eventuell ein paar Euro für die Zuzahlung gespart werden. Seltener kommt es vor, dass Medikamente nicht in der niedrigen Dosis vorliegen, die der Arzt dem Patienten verordnen möchte.

Doch dieses Zerteilen ist nicht risikolos, insbesondere wenn die Tablette nicht dafür vorgesehen ist, geteilt zu werden. Im Beipackzettel sind leider nicht immer Informationen darüber zu finden, ob das Halbieren zulässig ist oder nicht. Kerben und Rillen auf der Oberfläche sind nicht unbedingt ein Hinweis, dass die Tablette geteilt werden darf, sondern können auch der Unterscheidung oder dem Aussehen dienen. Umgekehrt gilt jedoch, dass Tabletten ohne Bruchkerbe in einem Stück geschluckt werden sollten.

Viele, besonders ältere Menschenhaben Schwierigkeiten, die oft sehr kleinen Tabletten zu zerteilen und häufig genug fliegt das Medikament oder Teile davon in hohem Bogen vom Küchentisch. Es entstehen meistens sehr unterschiedlich große Stücke, so dass der Patient jedes Mal eine unterschiedliche Dosis zu sich nimmt.

Keinesfalls geteilt werden dürfen die sogenannten Retard-Präparate, wo der Überzug der Tabletten die Freisetzung des Wirkstoffes mehrere Stunden hinauszögern soll. Wird so ein Überzug zerstört kommt es zu Überdosierungen, weil der ganze Wirkstoff sofort freigesetzt wird.

Es gibt auch Tabletten, die nicht schon im Magen aufgelöst werden sollen, sondern erst im Darm und die deshalb mit einem magensaftresistenten Überzug versehen sind. Wird dieser durch das Teilen beschädigt, kann die Magensäure den Wirkstoff zerstören. Oder es könnte auch die Magenschleimhaut in Mitleidenschaft gezogen werden.  



Mai 2018
Vorsicht Sonne !


Sorgfältiger Sonnenschutz ist wichtig geworden, weil durch die schwindende Ozonschicht die Intensität der Sonneneinstrahlung und der UV-Strahlen in den vergangenen Jahren immer größer wurde. Eine hohe UV-Belastung führt langfristig zu akuten und chronischen Lichtschäden der Haut und zu Hauttumoren.

Das Schönheitsideal der gebräunten Haut, das veränderte Freizeitverhalten und Sonnenurlaube rund ums Jahr sind die Hauptgründe für den Anstieg von Hautkrebserkrankungen in den letzten Jahrzehnten. Dabei sind Schäden durch UV-Strahlung ganz einfach zu vermeiden, wenn die wichtigsten Regeln beim Umgang mit der Sonne beachtet werden. Die Kernbotschaft dabei ist: Sonnenbrand vermeiden!

Viele Menschen bekommen einen Sonnenbrand, weil sie Sonnenschutz bei einigen Gelegenheiten unnötig finden, etwa auf Balkon oder Terrasse, im Garten-Café um die Ecke, beim Mittagsspaziergang, beim Treffen mit Freunden zum Grillen oder bei Spiel und Sport im Freien. Sensibilisieren Sie daher Ihr Gefühl dafür, wie lange Sie sich täglich ungeschützt der Sonne aussetzen!

Wer sich vor der Sonne zu schützen will, muss beachten, dass bestimmte Körperstellen besonderen Schutz brauchen. Diese sogenannten "Sonnen-Terrassen" bieten die größte Angriffsfläche. Dazu gehören die unbehaarte Kopfhaut, der Nasenrücken, die empfindlichen Augenpartien, Wangen, Lippen, Schultern, Rücken, Dekolleté, Fußrücken sowie die Ohren.

Halten Sie diese Bereiche möglichst bedeckt oder verwenden Sie eine Sonnencreme mit besonders hohem Lichtschutzfaktor.
Es ist einfach wichtig, daran zu denken, dass mit  jedem Sonnenbrand das Risiko steigt, einen Hautkrebs zu bekommen. Lassen Sie sich beraten, welche Sonnencreme für Ihren Hauttyp geeignet ist, und wie lange Sie damit ungefährdet in der Sonne bleiben können. Wir sagen Ihnen auch, wie Sie sich vor freien Radikalen durch die Einnahme von Antioxydantien schützen können, und wie Sie die Haut nach dem Sonnenbad pflegen.




April 2018
Neurodermitis


Die Neurodermitis gehört heute zu den häufigsten Hauterkrankungen. Bis zu 20 Prozent der Kinder und etwa drei Prozent der Erwachsenen leiden unter der chronischen, schubweise auftretenden Krankheit. Auslöser sind nach heutigen Erkenntnissen eine genetische Veranlagung, oder Störungen des Immunsystems oder Umwelteinflüsse.

Menschen mit einer erblichen Veranlagung für Allergien haben ein erhöhtes Risiko an Neurodermitis zu erkranken. Bricht die Krankheit aus, zeigt sich das hauptsächlich an Armbeugen, Kniekehlen, Hals- und Gesichtspartie. Die Haut wird dort sehr empfindlich und trocken, ist gerötet mit kleinen Knötchen und juckt enorm. Als Auslöser kommen auch psychischer Stress, Genussmittel wie Alkohol und Tabak, hormonelle Faktoren, ein extrem trockenes und kaltes Klima oder Unverträglichkeit von Textilien in Frage.

Gendefekte können zu einer Störung des Stoffwechsels führen. Durch die mangelnde Umwandlung von Linolsäure, die mit der Nahrung aufgenommen wird, in Gamma-Linolen-säure kommt es zu einem Ungleichgewicht im Prostaglandin-Haushalt. Hierdurch wird mehr Histamin ausgeschüttet mit der Folge, dass allergische und entzündliche Prozesse gefördert werden. Liegt ein solcher Gendefekt vor, kann die Einnahme von Gamma-Linolsäure die oben genannten Symptome vermindern, so dass mitunter auch weniger Kortison gegeben werden muss.

Neurodermitiker sollten auch ihren Selenspiegel überprüfen lassen. So wurde bei Kindern, die unter Neurodermitis leiden, häufig ein Selenmangel diagnostiziert. Dieser führt zu Störungen der zellulären Immunantwort. Im Gegenzug werden mehr entzündliche Botenstoffe produziert. Eine Selenzufuhr sollte nur unter ärztlicher Kontrolle als Natriumselenit erfolgen. Kinder, die den Mikronährstoff erhielten, hatten nachweisbar weniger Rötung und Schuppung der Haut. Zudem bekamen auch weniger Patienten ein allergisches Asthma, das sich durch einen sogenannten 'Etagenwechsel' bei einer Neurodermitis entwickeln kann.

Neben Selen und Gamma-Linolen-säure kann auch die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Vitamin B12 sowie Zink für Menschen, die unter Neurodermitis leiden, sinnvoll sein. Einige Mikronährstoffe können sowohl oral verabreicht als auch in Form von Salben angewendet werden, jedoch am besten in Absprache mit dem Arzt zur Festlegung der Dosierung.



März 2018
Was bedeutet Fieber?


Fieber stellt keine eigenständige Krankheit dar, sondern ist eine Reaktion des Körpers auf eine Erkrankung. Diese kann äußere Einflüsse haben, wie Bakterien oder Viren oder innere, wie Tumore. Mit der Erhöhung der Körpertemperatur unterstützt der Organismus die eigene Abwehr.

Gemessen werden kann die Körpertemperatur mit einem herkömmlichen Fieberthermometer im Mund, unter den Achseln (ungenau) oder rektal, im After (am genauesten). Mit speziellen Thermometern kann die Temperatur auch im Ohr ermittelt werden, wobei es aber leicht zu Messungenauigkeiten kommen kann. Wenig aussagekräftig ist das Fühlen an der Stirn. Wer kein Thermometer zur Hand hat, erkennt eine erhöhte Körpertemperatur bei einem Patienten am besten, wenn er die Hand auf dessen Bauch legt.

Fieber beginnt bei einer Körpertemperatur von 38 bis 38,5 Grad (rektal gemessen). Darunter spricht man von erhöhter Temperatur. Hohes Fieber liegt ab einer Temperatur von mehr als 39 Grad vor. Steigt das Fieber rasch an, nimmt es der Patient zunächst als „Frösteln“ wahr, das sich bis zum Schüttelfrost ausweiten kann.

Erst wenn die Fieberspitze erreicht ist, erweitern sich die Gefäße und der Erkrankte beginnt zu schwitzen. Aufgrund des möglichen Flüssigkeitsverlustes ist es erforderlich, dass der fiebrige Patient ausreichend trinkt.

Heutzutage ist es oft üblich, das Fieber mit Medikamenten wie Paracetamol zu senken. Dies ist nicht unbedingt notwendig und sinnvoll. Für das Immunsystem ist es wichtig, Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, zu überwinden. Das Abwehrsystem lernt aus diesen Infektionen und wird dadurch gestärkt. Fieber unter 39 Grad Celsius sollte daher möglichst nicht medikamentös gesenkt werden, wenn es etwa als Begleiterscheinung einer Erkältung auftritt. Über 39 Grad ist die Behandlung sinnvoll, wobei auch an Wadenwickel oder homöopathische Globuli gedacht werden kann. Hält das Fieber mehrere Tage an, sollte der Arzt über die weitere Behandlung entscheiden. Fiebernde Säuglinge sollten immer ärztlich untersucht und behandelt werden.  



Januar - Februar 2018
Wenn die Welt sich dreht


Sind es Herzrhythmusstörungen oder die Medikamente? Ist das Gleichgewichtsorgan gestört oder schwankt der Blutdruck? Die Auslöser für Schwindelanfälle sind äußerst vielfältig, und auch die Art der auftretenden Schwindelprobleme variiert.

Schwindel ist nach Kopfschmerzen das zweithäufigste Gesundheitsproblem. Bei dem einen Patienten scheint sich die Welt im Kreis zu drehen, ein anderer hat das Gefühl, der Boden schwanke unter seinen Füßen, bei anderen wieder tritt das Gefühl zu sinken oder zu schweben auf und schließlich gibt es noch das Gefühl des Taumelns.

Bei so vielen möglichen Ursachen ist der Arzt auf die Mitarbeit des Patienten angewiesen, um den Grund der Krankheit zu ermitteln – und damit auch die richtige Behandlungsmöglichkeit zu finden.
Schwindel entsteht immer dann, wenn das Orientierungssystem des Körpers gestört ist. An diesem System sind die Augen, der Gleichgewichtssinn und die so genannte Tiefenwahrnehmung beteiligt.

Der Gleichgewichtssinn wird im Wesentlichen durch ein bogenförmiges Gebilde im Ohr bestimmt: dem so genannten Vestibularapparat.
Er enthält eine Flüssigkeit und Sinneszellen, die Veränderungen der Lage von Kopf und Körper erfassen und diese Signale an das Gehirn weiterleiten.
Die Tiefenwahrnehmung als dritter Faktor erfasst durch Rezeptoren im Inneren des Körpers Informationen über die Muskelanspannungen oder die Gelenkstellungen. Dies hilft dem Gehirn, festzustellen, in welcher Lage sich bestimmte Körperteile befinden – ob wir zum Beispiel sitzen oder Schlittschuh laufen.

Werden nun von den einzelnen Bestandteilen des Orientierungssystems widersprüchliche Informationen übermittelt, kann Schwindel auftreten. Durch Depression, Angststörung       oder Phobien ausgelöste Schwindelerkrankungen sind in 30 bis 50 Prozent aller Fälle anzunehmen.
Es können auch körperliche Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Unterzuckerung bei Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen Auslöser sein. Und nicht zuletzt können Medikamente, wie sie etwa gegen Übelkeit, Bluthochdruck, Muskelverkrampfungen oder Depressionen verabreicht werden, diesen verursachen.
Die Behandlung richtet sich stets nach der Ursache. Bei bestimmten Schwindelerkrankungen kann ein Schwindeltraining helfen.









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